German Dental ClinicDr Fenjero Walid · Smile Studio

Ratgeber · 5 Min. Lesezeit

Prothese auf Implantaten oder Teleskopprothese: welche Lösung bei Zahnlosigkeit?

Eine wackelnde Prothese müssen Sie nicht hinnehmen. Zwischen klassischer Vollprothese, implantatgetragener Prothese, Teleskopprothese und festsitzender Versorgung finden Sie hier Orientierung.

Von Dr Fenjero Walid ·

Illustration: Prothese auf Implantaten oder Teleskopprothese: welche Lösung bei Zahnlosigkeit?

Welche Lösungen gibt es, wenn alle oder fast alle Zähne fehlen?

Sind keine Zähne mehr vorhanden oder nur noch wenige in schlechtem Zustand, gibt es vier große Lösungsfamilien: die klassische Vollprothese, die herausnehmbare implantatgetragene Prothese (mit Druckknopfankern oder Steg), die Teleskopprothese, die sich auf Restzähne oder Implantate stützt, und die festsitzende Komplettversorgung auf Implantaten. Welche passt, hängt vor allem vom Knochenangebot, von den verbliebenen Zähnen, von Ihrer Möglichkeit zur Pflege und davon ab, ob Sie herausnehmbaren oder festen Zahnersatz bevorzugen.

Diese Lösungen schließen sich nicht immer aus: Man kann mit einer Vollprothese beginnen und sie später mit Implantaten stabilisieren lassen, oder von einer Teleskopprothese auf Zähnen zu einer auf Implantaten wechseln, wenn ein Pfeilerzahn verloren geht.

Dieser Beitrag vergleicht die Möglichkeiten praxisnah, damit Sie bei Ihrer Beratung die richtigen Fragen stellen können.

Die klassische Vollprothese: nützlich, aber mit Grenzen

Die herausnehmbare Vollprothese aus Kunststoff liegt direkt auf dem Zahnfleisch auf. Im Oberkiefer hält sie durch Saugwirkung am Gaumen, oft zufriedenstellend, wenn der Kieferkamm gut erhalten ist. Im Unterkiefer ist es schwieriger: Die Auflagefläche ist kleiner, Zunge und Wangen bewegen die Prothese, und viele Patienten klagen über eine untere Prothese, die sich beim Sprechen oder Essen abhebt.

Ihre Vorteile sind real: keine Operation, eine verhältnismäßig rasche Anfertigung, einfache Reparatur und Anpassung sowie eine gute Stütze für Lippen und Wangen dank des künstlichen Zahnfleisches.

Ebenso ihre Grenzen:

  • eine geringere Kaukraft als mit natürlichen Zähnen;
  • mögliche Druckstellen unter der Prothese;
  • häufiger Bedarf an Haftcreme;
  • fortschreitender Knochenabbau, weshalb die Prothesenbasis regelmäßig unterfüttert werden muss.

Eine gut gefertigte Vollprothese bleibt für viele Menschen eine würdige und passende Lösung, besonders wenn eine Operation nicht gewünscht oder nicht möglich ist.

Die herausnehmbare Prothese auf Implantaten: Druckknopf oder Steg

Eine implantatgetragene Deckprothese sieht aus wie eine herkömmliche Prothese, rastet aber auf Zahnimplantaten im Kieferknochen ein. Sie wird weiterhin jeden Abend zur Reinigung herausgenommen.

Im Unterkiefer reichen oft schon zwei Implantate, um den Halt einer unteren Prothese grundlegend zu verbessern. Das McGill-Konsensuspapier von 2002 hat diese Lösung als Mindeststandard für den zahnlosen Unterkiefer vorgeschlagen. Im Oberkiefer ist der Knochen in der Regel weniger dicht, und es werden grundsätzlich mehr Implantate eingeplant.

Zwei Verankerungssysteme sind gebräuchlich:

  • Einzelanker (Locator oder Kugelkopf): Ein kleines Halteelement auf jedem Implantat rastet in eine Kappe in der Prothese ein. Einfach und leicht zu reinigen; die Kunststoffeinsätze nutzen sich ab und werden regelmäßig ersetzt;
  • der Steg: Ein Metallsteg verbindet die Implantate, und die Prothese wird darauf befestigt. Er verteilt die Kräfte und bietet sehr festen Halt, braucht aber mehr Platz und eine sorgfältigere Reinigung unter dem Steg.

Diese Prothese erlaubt häufig, die Gaumenplatte zu verkleinern, was Geschmacksempfinden und Tragekomfort verbessert.

Die Teleskopprothese: auf Restzähnen oder auf Implantaten

Die Teleskopprothese beruht auf dem Prinzip der Doppelkrone, das aus der deutschen Prothetiktradition stammt. Auf jedem Pfeiler, ob natürlicher Zahn oder Implantat, wird eine dünne, präzise gefertigte Primärkrone befestigt. Die herausnehmbare Prothese enthält die Sekundärkronen, die sich mit hoher Genauigkeit darüberschieben, über Friktion oder eine konische Passung.

Diese Lösung hat besondere Stärken:

  • sie erlaubt es, einige gesunde Restzähne zu erhalten und als Pfeiler zu nutzen, statt sie zu entfernen;
  • sie ist erweiterbar: Muss eines Tages ein Pfeilerzahn entfernt werden, lässt sich die Prothese oft umarbeiten statt komplett neu anfertigen, und ein Implantat kann seine Aufgabe übernehmen;
  • sie hält fest und bleibt dennoch herausnehmbar, was die Reinigung der Pfeiler erleichtert;
  • sie verteilt die Kräfte auf mehrere Stützen.

Ihre Anforderungen: eine sehr präzise Fertigung, mehrere Sitzungen, parodontal gesunde Pfeiler und eine konsequente Hygiene rund um die Primärkronen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über die Vorteile der Teleskopprothese.

Die festsitzende Komplettbrücke auf Implantaten

Wer Zähne möchte, die nicht herausgenommen werden, kann eine festsitzende Komplettbrücke auf mehrere Implantate verschrauben lassen, häufig vier bis sechs pro Kiefer, je nach Knochenangebot. Nur der Zahnarzt nimmt sie bei Kontrollen ab. Konzepte wie All-on-4 oder All-on-6 sind Beispiele dafür, die wir im Beitrag All-on-4 oder All-on-6 vorstellen.

Die Vorteile: ein Gefühl wie bei natürlichen Zähnen, effizientes Kauen, nichts muss herausgenommen werden, und im Oberkiefer bleibt der Gaumen völlig frei.

Die Punkte, die zu prüfen sind:

  • ausreichend Knochen an den richtigen Stellen oder ein vorheriger Knochenaufbau;
  • die Lippenstütze: Ist viel Knochen verloren gegangen, ersetzt eine festsitzende Brücke nicht immer das Volumen, das das künstliche Zahnfleisch einer herausnehmbaren Prothese gab;
  • die Hygiene: Unter der Brücke muss täglich mit Interdentalbürsten oder Munddusche gereinigt werden, was ein gewisses Geschick erfordert;
  • ein umfangreicherer Eingriff und eine längere Behandlung.

Die festsitzende Komplettbrücke ist nicht für jeden "die beste" Lösung: Für manche passt sie sehr gut, für andere weniger.

Wie Sie wählen: die entscheidenden Kriterien

Eine allgemeingültige Rangfolge gibt es nicht. Die Wahl ergibt sich aus Ihrer Situation:

  • Restzähne: Sind einige gesunde, fest verankerte Zähne vorhanden, kann eine Teleskopprothese sie sinnvoll einbinden. Sind sie stark geschädigt, ist ihr Erhalt nicht immer sinnvoll.
  • Knochenangebot: Ein stark abgebauter Kiefer spricht manchmal für eine herausnehmbare Prothese auf wenigen Implantaten oder für einen Knochenaufbau vor einer festsitzenden Lösung.
  • Gesichtsstütze: Eine herausnehmbare Prothese mit künstlichem Zahnfleisch gibt den Lippen oft mehr Volumen zurück.
  • Pflege: Eine herausnehmbare Prothese vereinfacht die Reinigung, besonders im Alter oder bei nachlassender Fingerfertigkeit.
  • Allgemeingesundheit: Diabetes, Rauchen, bestimmte Knochenmedikamente oder eine frühere Strahlentherapie beeinflussen, ob Implantate möglich sind.
  • Ihre Erwartungen: Gefühl fester Zähne, Komfort, Ästhetik und die Zahl der Sitzungen, die Sie in Kauf nehmen möchten.

Fragen Sie auch, wie es mit der Lösung in zehn oder fünfzehn Jahren aussieht: Reparierbarkeit, Erweiterbarkeit und zu erwartender Pflegeaufwand. Ein guter Vorschlag berücksichtigt die Zukunft, nicht nur das unmittelbare Ergebnis.

Pflege, Nachsorge und Beratung in Agdal

Gleich welche Lösung, die Nachsorge ist unverzichtbar. Herausnehmbare Prothesen werden täglich außerhalb des Mundes mit einer eigenen Bürste gereinigt, und die Pfeiler, ob Implantate oder Zähne, werden sorgfältig geputzt. Halteelemente und Einsätze nutzen sich ab und werden ersetzt; Kunststoffbasen werden angepasst, wenn sich das Zahnfleisch verändert. Implantate müssen regelmäßig kontrolliert werden, um Entzündungen um sie herum vorzubeugen.

Einige Fragen für Ihre Beratung:

  • Können meine Restzähne als Pfeiler dienen, oder ist es besser, sie zu ersetzen?
  • Wie viele Implantate bräuchte ich, und reicht mein Knochen aus?
  • Lässt sich die Prothese anpassen, wenn ich später einen Zahn verliere?
  • Welche tägliche Pflege und welche Kontrollen muss ich einplanen?

In der German Dental Clinic in Agdal umfasst die Beratung eine Untersuchung, eine digitale Panoramaaufnahme und ein Gespräch über herausnehmbare und festsitzende Lösungen, einschließlich der Teleskopprothese. Wenn Sie in Rabat wohnen und mit Ihrer Prothese nicht mehr zufrieden sind, können Sie einen Termin vereinbaren, um die für Sie passenden Lösungen zu vergleichen.

Häufige Fragen

Wie viele Implantate braucht man, um eine Prothese zu stabilisieren?

Im Unterkiefer verbessern oft schon zwei Implantate den Halt einer Prothese deutlich. Im Oberkiefer, wo der Knochen in der Regel weniger dicht ist, werden üblicherweise mehr eingeplant. Die genaue Zahl hängt von Knochenqualität und Knochenmenge, dem gewählten Verankerungssystem und den Kaukräften ab, die bei der Untersuchung beurteilt werden.

Kann meine jetzige Prothese auf Implantate umgebaut werden?

Manchmal. Ist die Prothese neu, passt gut und ist in gutem Zustand, lassen sich die Halteelemente in manchen Fällen nach der Einheilung der Implantate einarbeiten. Ist sie alt, abgenutzt oder schlecht sitzend, ist eine neue Prothese meist vorzuziehen. Der Zahnarzt prüft sie, bevor er Ihnen eine der beiden Möglichkeiten vorschlägt.

Was unterscheidet eine Teleskopprothese von einer Prothese auf Locatoren?

Beide sind herausnehmbar und werden von Pfeilern gehalten. Die Locator-Prothese nutzt standardisierte Halteelemente, die auf Implantate geschraubt werden. Die Teleskopprothese beruht auf individuell gefertigten Doppelkronen, die auf natürlichen Zähnen ebenso wie auf Implantaten sitzen können. Sie ist aufwendiger in der Herstellung, erlaubt aber die Nutzung von Restzähnen und lässt sich später erweitern.

Sollte man eine implantatgetragene Prothese nachts herausnehmen?

In der Regel ja. Das Herausnehmen über Nacht entlastet das Zahnfleisch, ermöglicht eine gründliche Reinigung von Prothese und Pfeilern und begrenzt die Ansammlung von Bakterien. Ihr Zahnarzt erklärt Ihnen die passende Routine für Ihren Prothesentyp, besonders bei Zähneknirschen oder besonderen Umständen.

Bin ich zu alt für Implantate?

Das Alter allein ist keine Gegenanzeige. Entscheidend sind der allgemeine Gesundheitszustand, die Knochenqualität, laufende Medikamente und die Fähigkeit, die Prothese zu pflegen. Bei einem gesunden älteren Menschen sind zwei Implantate zur Stabilisierung einer unteren Prothese oft ein überschaubarer Eingriff, der den Alltag deutlich angenehmer macht.

Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.

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