Die kurze Antwort: Ästhetik auf der einen, Festigkeit auf der anderen Seite
Lithiumdisilikat (bekanntester Handelsname: e.max) ist eine sehr ästhetische, transluzente Glaskeramik, die sich fest mit dem Zahn verkleben lässt: Sie wird häufig für Veneers und Frontzähne bevorzugt. Zirkon (Zirkonoxid) ist eine polykristalline Keramik mit deutlich höherer Bruchfestigkeit und in den klassischen Varianten geringerer Lichtdurchlässigkeit: Es wird oft für Backenzähne, Brücken und Patienten gewählt, die pressen. Neuere Multilayer-Zirkone verringern den ästhetischen Abstand, allerdings mit etwas geringerer Festigkeit in den transluzentesten Schichten.
Ein absolut überlegenes Material gibt es also nicht, sondern ein Material, das zu einem bestimmten Zahn, einer Situation und einem Mund passt. Die Auswahlkriterien finden Sie unten; einen Überblick über alle Kronenarten (Metall, Metallkeramik, Vollkeramik) bietet unser Beitrag zur Zahnkrone: Ablauf und Materialien.
Lithiumdisilikat (e.max) im Detail
Lithiumdisilikat ist eine verstärkte Glaskeramik: Eine Glasphase sorgt für die Transluzenz und enthält längliche Kristalle, die ihr eine für diese Keramikart hohe Festigkeit verleihen.
Stärken:
- Transluzenz und Lichtspiel ähnlich dem natürlichen Schmelz;
- adhäsive Befestigung: Die Oberfläche lässt sich mit Flusssäure ätzen und silanisieren, wodurch ein sehr fester Verbund mit dem Schmelz entsteht. Dieser Verbund trägt zur Stabilität der gesamten Versorgung bei und erlaubt dünne Restaurationen;
- Vielseitigkeit: Veneers, Inlays und Onlays, Kronen im Front und Prämolarenbereich, manchmal auch Molaren bei ausreichender Schichtstärke;
- Herstellung gepresst im Labor oder gefräst aus einem CAD/CAM-Block, anschließend im Ofen kristallisiert.
Grenzen:
- geringere Festigkeit als Zirkon, daher ist eine Mindestschichtstärke nötig, was mitunter etwas mehr Präparation bedeutet;
- weniger geeignet für lange Brücken oder Brücken im Seitenzahnbereich;
- die Klebung erfordert eine sorgfältige Trockenlegung, die schwierig ist, wenn der Rand tief unter dem Zahnfleisch liegt.
Zirkon: monolithisch, verblendet, mehrschichtig
Zirkon (Zirkoniumdioxid) ist eine sehr dichte Oxidkeramik ohne Glasphase. Es gibt mehrere Varianten, die man unterscheiden sollte:
- monolithisches Zirkon: Die Krone wird aus einem einzigen Block gefräst, ohne aufgebrannte Verblendkeramik. Das ist die festeste Variante, ohne Risiko von Abplatzungen der Oberflächenschicht. Die Farbe entsteht durch Einfärben und Bemalen;
- verblendetes Zirkon: ein Zirkongerüst mit Feldspatkeramik verblendet. Sehr ästhetisch, doch die Verblendung kann abplatzen (Chipping);
- Multilayer-Zirkon: ein Block mit Farb und Transluzenzverlauf vom Zahnhals bis zur Schneidekante. Manche kombinieren sogar festere mit transluzenteren Zonen.
Sogenannte hochtransluzente Zirkone (oft als 4Y oder 5Y bezeichnet, je nach Yttriumoxidgehalt) sind ästhetischer, aber weniger fest als klassisches Zirkon (3Y). Schon die Wahl der Zirkongeneration ist also ein Kompromiss.
Stärken: hohe Festigkeit, dünne Wandstärken im Seitenzahnbereich möglich, gute Abdeckung eines dunklen Zahns oder Metallstifts, konventionelles Zementieren möglich, wenn eine Klebung schwierig ist.
Grenzen: relative Opazität, keine Flusssäureätzung möglich (stattdessen Sandstrahlen und spezielle Primer), Einschleifkorrekturen am Biss müssen sorgfältig nachpoliert werden.
Welches Material für welchen Zahn?
Hier die allgemein üblichen Tendenzen, die an jeden Fall angepasst werden:
- Schneide und Eckzähne: Lithiumdisilikat wird wegen Transluzenz und Klebung oft bevorzugt, als Veneer oder Krone. Ist der Zahn darunter sehr dunkel, deckt Multilayer oder verblendetes Zirkon unter Umständen besser ab.
- Veneers: Lithiumdisilikat oder Feldspatkeramik. Zirkon wird für dünne Veneers selten verwendet, da es sich weniger gut kleben lässt und opaker bleibt. Unsere Seite zu Veneers beschreibt diese Behandlung.
- Prämolaren: Beide Materialien sind geeignet; entscheidend sind Sichtbarkeit im Lächeln, verfügbare Schichtstärke und Kaukräfte.
- Molaren: Monolithisches Zirkon wird häufig bevorzugt, besonders bei Pressen oder kurzen Zähnen. Lithiumdisilikat bleibt möglich, wenn Platz und Biss es erlauben.
- Brücken: Zirkon für Seitenzahn oder mehrgliedrige Brücken; Lithiumdisilikat bleibt dreigliedrigen Brücken vorbehalten, im Frontzahnbereich und bis zu den Prämolaren, im Rahmen der Herstellerindikationen.
- Implantatkronen: Beide sind üblich, oft auf einer Titanbasis; im Seitenzahnbereich ist Zirkon verbreitet.
Beide Materialien im selben Mund zu kombinieren, ist ohne Weiteres möglich: Lithiumdisilikat vorne, Zirkon hinten, mit abgestimmten Farben.
Bruxismus, Gegenzähne und weitere Entscheidungsfaktoren
Neben der Zahnposition können weitere Punkte den Ausschlag geben:
- Bruxismus (Pressen, Knirschen): Die Festigkeit von monolithischem Zirkon ist ein Vorteil. Eine Aufbissschiene für die Nacht bleibt unabhängig vom Material empfehlenswert.
- Abnutzung der Gegenzähne: Raue Keramik kann den gegenüberliegenden Schmelz abtragen. Gut poliertes monolithisches Zirkon ist in der Regel schonend; die Politurqualität zählt mehr als das Material selbst.
- Farbe des Zahnstumpfs: Bei einem grau verfärbten wurzelbehandelten Zahn oder einem Metallaufbau braucht es ein stärker deckendes Material.
- Lage des Präparationsrands: Liegt er tief unter dem Zahnfleisch, kann konventionelles Zementieren (mit Zirkon möglich) vorhersagbarer sein als eine Klebung.
- Verfügbare Schichtstärke: Ein kurzer oder stark zerstörter Zahn lässt weniger Platz; Zirkon toleriert im Seitenzahnbereich geringere Stärken.
- Spätere Reparaturen: Lithiumdisilikat lässt sich manchmal lokal reparieren; gebrochenes Zirkon wird meist komplett erneuert.
Die Frage der Alterung von Zirkon in feuchter Umgebung ist bekannt: Aktuelle Zirkone und ein korrektes Herstellungsprotokoll zielen darauf ab, sie zu begrenzen.
Was die digitale Zahnmedizin verändert
Beide Materialien fügen sich in einen digitalen Workflow ein: Intraoralscan, computergestützte Konstruktion, dann Fräsen des Blocks. Lithiumdisilikat wird in einem weichen Zwischenzustand gefräst und anschließend im Ofen kristallisiert, wodurch es seine endgültige Farbe und Festigkeit erhält. Zirkon wird meist im vorgesinterten Zustand gefräst und danach bei hoher Temperatur dichtgesintert, wobei die Software die Schrumpfung im Voraus einrechnet.
Manche Restaurationen lassen sich so in der Praxis herstellen, je nach Material und Fall mitunter in einer einzigen Sitzung: Unser Beitrag zur Keramikkrone in einer Sitzung erklärt, wann das möglich ist. Andere, vor allem anspruchsvolle ästhetische Fälle oder verblendetes Zirkon, gehen für feinere Bemalung oder Schichtung in ein Dentallabor.
Die Wahl mit Ihrem Zahnarzt in Rabat treffen
Für eine fundierte Entscheidung stellen Sie im Beratungsgespräch diese Fragen: Welches Material für genau diesen Zahn, und warum? Muss für eines davon mehr beschliffen werden? Ist mein Zahnstumpf dunkel? Presse ich mit den Zähnen? Wie wird die Krone befestigt, geklebt oder zementiert?
In der German Dental Clinic in Agdal erfolgt die Wahl zwischen Lithiumdisilikat und Zirkon nach Untersuchung, Röntgen und Bissanalyse, unter Berücksichtigung Ihrer ästhetischen Wünsche. Die Praxis verfügt über einen Intraoralscanner und eine Fräseinheit (CAD/CAM), um bestimmte Zahnkronen vor Ort herzustellen. Wenn Sie in Rabat sind und beim Material für eine Krone oder ein Veneer unsicher sind, vereinbaren Sie einen Termin für ein Gespräch.
Häufige Fragen
Ist e.max weniger fest als Zirkon?
Ja, bei gleicher Schichtstärke ist Zirkon bruchfester. Lithiumdisilikat wird jedoch mit dem Zahn verklebt, was die gesamte Einheit stärkt, und seine Festigkeit reicht für Veneers, Frontzähne und viele Prämolaren völlig aus. Für einen Backenzahn bei jemandem, der stark presst, ist monolithisches Zirkon oft die vorsichtigere Wahl.
Wirken Zähne aus Zirkon zu weiß oder zu opak?
Für die ersten Zirkongenerationen traf das zu. Heutige Multilayer und hochtransluzente Zirkone wirken mit ihrem Farbverlauf deutlich natürlicher. An einem Schneidezahn sind sie meist dennoch etwas weniger lebendig als Lithiumdisilikat. Das Ergebnis hängt zudem stark von der Bemalung und dem Können des Zahntechnikers ab.
Enthalten diese Keramiken Metall?
Nein. Lithiumdisilikat und Zirkon sind metallfreie Keramiken. Zirkon ist Zirkoniumoxid, also eine keramische Verbindung und kein Metall im eigentlichen Sinn. Diese Materialien sind daher eine Option für Menschen, die Metall vermeiden möchten oder keinen grauen Rand am Zahnfleisch wünschen.
Kann man e.max und Zirkon im selben Mund kombinieren?
Ja, und das ist häufig: Lithiumdisilikat an den Frontzähnen für die Ästhetik, Zirkon an den Backenzähnen für die Festigkeit. Der Zahntechniker stimmt die Farben so ab, dass kein Unterschied auffällt. Wichtig ist, dass jeder Zahn das Material erhält, das zu seiner Funktion passt.
Schädigt eine Zirkonkrone die Gegenzähne?
Sorgfältig poliertes monolithisches Zirkon ist für die Gegenzähne in der Regel wenig abrasiv. Das Risiko entsteht vor allem durch eine raue Oberfläche, etwa nach einer nicht nachpolierten Bisskorrektur, oder durch eine abgenutzte Glasur. Ihr Zahnarzt poliert die Krone nach jeder Korrektur und kontrolliert sie bei den Nachsorgeterminen.
Die Informationen auf dieser Seite sind allgemein. Nur eine Untersuchung ermöglicht eine Diagnose und einen passenden Behandlungsplan.



